Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Lanxess: Nachhaltige Produkte für die Polyurethan-Industrie

Monomer-arme Präpolymere für verbesserte Arbeitshygiene, Energieeinsparung beim Verarbeiten von Heißgieß- und Kaltaushärtungssysteme, biobasierte Präpolymere und Pellart-Hochleistungsbeschichtungen auf Wasserbasis versprechen große Vielfalt für die PU-Industrie.

Lanxess, Köln, bringt ein umfangreiches Produktsortiment für die Polyurethan-Industrie mit auf die K. Die Palette reicht von der Low-Free-Monomer-Technologie (Adiprene LF) über Adiprene Green-Präpolymere mit hohem biobasiertem Anteil bis hin zu neuartigen Heißgieß- und Kaltaushärtungssystemen, die sich mit reduziertem Energieeinsatz verarbeiten lassen. Auch wasserbasierte Beschichtungen, die auf die hohen Anforderungen moderner Fahrzeuginterieurs abgestimmt sind, stehen im Fokus.

Hinter dem Markennamen Adiprene Green LF verbergen sich eine Reihe von biobasierten LF-Monomer-Präpolymeren für Polyurethan-CASE-Anwendungen. (Foto: Lanxess)

Hinter dem Markennamen Adiprene Green LF verbergen sich eine Reihe von biobasierten LF-Monomer-Präpolymeren für Polyurethan-CASE-Anwendungen. (Foto: Lanxess)

Kaum freie Isocyanate

Mit Adiprene LF bietet das Unternehmen eine große Bandbreite von Präpolymeren mit weniger als 0,1 Gewichtsprozent freiem Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) und anderen freien Isocyanaten an. Dieses Angebot wurde erfolgreich erweitert für den Einsatz in Heißklebstoffen, die zum Beispiel in der Automobil-, Bau-, Elektronik- und Buchbindeindustrie, eingesetzt werden. Beim Einsatz dieser Low-Free-Monomer-Technologie sind die Anwender vor einem möglichen Kontakt mit freien Isocyanaten geschützt. Der Aufwand für die Arbeitssicherheit (HSE) ist signifikant reduziert. Die Präpolymere sind insbesondere geeignet, um die immer strengeren gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Mit der Präpolymer-Toolbox lassen sich die Reaktivität, die Viskosität und das Polyolgerüst des Präpolymers an die Anforderungen der Formulierer anpassen. Durch die gezielte Steuerung der chemischen Struktur haben die Präpolymere eine hochstrukturierte Morphologie, die eine konsistentere Verarbeitung ermöglicht. Bei der Aushärtung mit Kettenverlängerern führt das zu hochstrukturierten Elastomeren mit einem ausgezeichnetem Leistungsprofil.

Biobasierte Präpolymere

Wie viele andere Branchen steht auch die Polyurethanindustrie vor der Herausforderung, nachhaltige Systeme mit reduziertem CO2-Fußabdruck zu entwickeln. Unter dem Markennamen Adiprene Green bietet Lanxess eine Reihe von biobasierten LF-Monomer-Präpolymeren für Polyurethan-CASE-Anwendungen (Coatings/Beschichtungen, Adhesives/Klebstoffe, Sealants/Dichtstoffe, Elastomers/Elastomere) an. Biobasierte LF-Präpolymere enthalten erneuerbare chemische Bausteine, die auf die spezifischen Anforderungen vieler verschiedener Anwendungen abgestimmt sind, indem sie weitere chemische Eigenschaften nutzbar machen sowie Molekulargewicht und der -struktur optimieren.

Deutliche Fortschritte wurden bei der Entwicklung von biobasierten LF-MDI-Präpolymeren mit einem breiten Spektrum an NCO-Gehalten (freie reaktive Isocyanatgruppen) erzielt. Das führt zu niedrigerer Viskosität bei Anwendungstemperatur, verbesserter Hochkristallinität, besserer Benetzungsfähigkeit und schneller Entformfestigkeit in reaktiven Heißguss- und Zweikomponentenklebstoff-Formulierungen. Die LF-MDI-Präpolymere ermöglichen Heißschmelzkleber-Formulierungen mit einem Bioanteil von bis zu 75 Prozent. Mit weiteren Adiprene Green-Systemen können PU-Elastomere mit einem Bioanteil von bis zu 90 Prozent hergestellt werden.

Geringerer Energiebedarf

Lanxess hat für Hochleistungs-PU-Gießelastomere „Hot Cast / Cold Cure“-Systeme entwickelt. Während herkömmliche Heißguss-Systeme bei erhöhter Temperatur aushärten, geschieht das bei Vibrathane MDI-Ether-Präpolymeren mit der neuen Vibracure-Technologie bereits bei Raumtemperatur. Da die Systeme während des Gießprozesses nicht aufgeheizt werden müssen und bei Umgebungstemperatur aushärten, wird der spezifische Energieverbrauch im Vergleich zur Heißaushärtung drastisch reduziert – auf etwa 40 Prozent. Somit ist die neue Technologie einfach anzuwenden, spart Energie ein, bietet Verbesserungen im Bereich der Arbeitssicherheit und reduziert nicht zuletzt CO2-Emissionen.

Systeme auf Wasserbasis

Die neu eingeführte Marke Pellart bietet eine Reihe von wasserbasierten Compounds an. Sie sind für den Einsatz in vielen funktionellen Beschichtungsanwendungen konzipiert, bei denen hohe Anforderungen an Haptik, Chemikalienbeständigkeit, Glanzgrad, Temperatur- und Abriebfestigkeit gestellt werden und die vor allem möglichst wenig flüchtige organische Verbindungen (VOC) freisetzen.

Die Pellart-Compounds eignen sich aufgrund ihres sehr guten Vergilbungsverhaltens ganz besonders für helle Farbdesigns. Weiterhin bieten sie eine hohe chemische Beständigkeit, die eine Reinigung der Oberflächen mit Alkohol ermöglicht, machen keine Knarzgeräusche und können aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften zu Artikeln mit anspruchsvollen Geometrien verarbeitet werden.

www.lanxess.com

Dieser Anbieter stellt auf der K 2022 in Düsseldorf in Halle
						6 am Stand 06-C76-78 aus
Halle: 6
Stand: 06-C76-78