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Dank Kunststoff mehr Drive für Klima und Umwelt

Mit dem Deutschen Innovationspreis würdigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Engagement von Wirtschaft und Forschung für Klima- und Umweltschutz. Unter den 21 nominierten Produkten und Dienstleistungen finden sich auffällig viele Projekte aus der Kunststoffindustrie bzw. Produktideen mit Kunststoffen als „Enabler“.

So konnten das Fraunhofer Institut Umsicht und das Start-up Volterion die Kosten für Stacks von Redox-Flow-Batterien um 50 % senken, indem sie Bipolarplatten aus hochgefüllten Thermoplasten entwickelten, welche sie massenproduktionstauglich fertigen und automatisiert zu Batteriestacks verschweißen können.

Leichter, kleiner, günstiger werden Stromspeicher durch das Re-design des Herzstücks von Redox-Flow-Batterien (Foto: Fraunhofer/Piotr Banczerowski).

Covestro hat mit der AdiP-Technologie die Herstellung von Methylendiphenylisocyanat (MDI), einer wichtigen Komponente von Polyurethanschäumen, deutlich effizienter gemacht. In einem kompakten Reaktor wurde die Raum-Zeit-Ausbeute erhöht, so dass der Dampf- und Strombedarf um bis zu 40 bzw. 25 % gesenkt werden konnte. Der CO2-Ausstoß wird dadurch um bis zu 35 % verringert.

Heliatek ist es gelungen, dünne, leichte und flexible Solarfolien auf Basis organischer Photovoltaik zur Marktreife zu bringen. Sie zeichnen sich durch einen Carbon Footprint von weniger als 10 g CO2e/kWh, eine Energy Payback Time kleiner drei Monate und eine Carbon Payback Time kleiner sechs Monate aus und zählen somit zu den saubersten Stromerzeugungstechnologien.

Den Einsatz von Solarfolie auf runden Flächen zeigen die Stadtwerke Marburg an einem runden Wärmespeicher in ihrem Heizkraftwerk Ortenberg (Foto: Stadtwerke Marburg).

Kurtz hat mit dem Einsatz der Radiofrequenz-Technologie die Herstellung von Formschaumteilen revolutioniert. Neben großen Einsparungen an Wasser und Energie ist am Verfahren besonders innovativ, dass im „Kurtz Wave Foamer“ Biopolymere und zu 100 % recycelter Kunststoff eingesetzt werden können. Details auch in einem exklusiven Beitrag von K-PROFI.

Schunk hat in Zusammenarbeit mit dem Start-up Innocise einen bionisch inspirierten Greifer entwickelt, der auf dem Prinzip der Adhäsion basiert. Er ermöglicht eine automatisierte Handhabung auch in hygienisch sensiblen Umgebungen oder für empfindliche Werkstücke. Der Greifvorgang selbst benötigt keine zusätzliche Energie, womit etwa im Vergleich zu konventionellen Flächengreifern der Energiebedarf signifikant reduziert wird.

Die neue Greifertechnologie von Schunk und Innocise besitzt reversible Hafteigenschaften, die ohne Strom, Vakuum oder Druckluft genutzt werden können. (Foto: Schunk)

Die Unternehmensinitiative R-Cycle verbessert das Recycling fossiler Rohstoffe durch die automatisierte Erfassung recycling-relevanter Produkteigenschaften entlang der Wertschöpfungskette für Kunststoffverpackungen. Gemeinsam haben zwölf Technologieunternehmen und Organisationen die erforderliche technische Infrastruktur für die Datenerfassung auf Basis digitaler Produktpässe aufgesetzt und erste kreislauffähige Pilotprodukte produziert.

Mit dem Deutschen Innovationspreis würdigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Engagement von Wirtschaft und Forschung für Klima- und Umweltschutz. Um das Preisgeld von insgesamt 175.000 EUR haben sich 150 Unternehmen mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen beworben. Bei der insgesamt achten Runde des IKU waren erneut Bewerbungen zu Kategorien wie Prozesse für den Klimaschutz, Kooperation mit Entwicklungs- und Schwellenländern oder umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen möglich.

www.iku-innovationspreis.de

Gepostet am 18.01.2022 um 15:07.
Markus Lüling (Chefredakteur K-PROFI)
berichtet exklusiv für K-AKTUELL.