Produkte im Einsatz

Konstruktionsbüro Radtke: Parametrische Daten für schnellere Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen

Dieser PR-Bericht wird Ihnen bereitgestellt von Hasco.

Als führender Anbieter standardisierter Bauelemente für den Werkzeug- und Formenbau hat Hasco, Lüdenscheid, sich das Ziel gesetzt, Konstrukteure bestmöglich zu unterstützen. Dabei ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit Konstrukteuren und verlässlichen Softwarepartnern die anwenderfreundliche Implementierung der benötigten Normteile für den Spritzgießwerkzeugbau.

Zur Optimierung der Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen bietet Hasco eine Reihe interessanter Tools an. Vermehrt unterstützt der international agierende Normalien-Spezialist den Konstruktionsprozess dabei durch die Bereitstellung von Nativdaten. Diese Nativdatenbanken, zunächst für Siemens NX, Catia und Cimatron, sind speziell auf die Anwender der jeweiligen CAD-Software ausgelegt und im System direkt verfügbar. Die Normalien enthalten den parametrischen Aufbau aller Komponenten und sind durch die Pflege von Hasco und kompetenten CAD-Partnern stets up to date.

Zentraler Vorteil der Nativdaten gegenüber Step Files oder anderen Austauschformaten ist die Änderungsfreundlichkeit, welche auch das Handling der Daten von eingesetzten Bauteilen in Stücklisten erheblich erleichtert. Der Anstoß zu diesem Angebot ergab sich aus der engen Zusammenarbeit mit dem Konstruktionsbüro Radtke aus Espelkamp. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Nutzung von Nativdaten beschäftigt und aufgezeigt, wie Anwender von den Möglichkeiten und Vorteilen profitieren können.

v.l.: Sascha Vollstädt, Florian Radtke, Horst Radtke vom Konstruktionsbüro Radtke mit Daniel Dirksen und Andreas Kaersch von Hasco. (Foto: Hasco)

v.l.: Sascha Vollstädt, Florian Radtke, Horst Radtke vom Konstruktionsbüro Radtke mit Daniel Dirksen und Andreas Kaersch von Hasco. (Foto: Hasco)

Horst Radtke, Gründer und Inhaber des Konstruktionsbüros Radtke in Espelkamp, hegte bereits gegen Ende seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher den Wunsch, Werkzeugkonstrukteur zu werden und sich einmal selbstständig zu machen. So wechselte er im Jahr 1988 in die Konstruktionsabteilung eines bekannten Automobilzulieferbetriebs am Ort.

Nachdem er 1993 sein eigenes Unternehmen im Nebengewerbe gegründet hatte, wechselte er 1997 endgültig in die Selbstständigkeit. Das war für Horst Radtke auch der Startschuss für den Einstieg in die 3D-CAD Konstruktion. Heute beschäftigt das Unternehmen vier Konstrukteure und einen technischen Zeichner für die Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen. Seit 2016 wird der für die Zukunft erforderliche Verjüngungsprozess konsequent verfolgt und umgesetzt. Durch den Einstieg seines Sohnes Florian Radtke vor vier Jahren ist der Fortbestand des Unternehmens gesichert.

Dabei liegt weiterhin ein wesentlicher Schwerpunkt des Konstruktionsbüros auf komplexen Steckerwerkzeugen insbesondere für die Automobilindustrie und die Weiße Ware. Hier werden hochgradig geschachtelte Werkzeuge mit bis zu 64 Kavitäten konstruiert, die neben PA 66GF30, PC, PBT und anderen technischen Kunststoffen auch TPE und LSR-Silikone verarbeiten. Darüber hinaus konstruiert Radtke mit seinem Team auch Werkzeuge unter anderem für die Medizintechnik, Konsumgüter- und Verpackungsindustrie.

Um bei der Konstruktion derartiger Werkzeuge möglichst effektiv und zeitsparend arbeiten zu können, entstand der Wunsch, statt mit Step-Daten der Normalienhersteller mit nativen, parametrisierten Daten zu arbeiten.

„Wenn ich Konstruktionsdaten der Normalienhersteller aus dem Internet lade, arbeitete ich bislang üblicherweise mit Step-Daten,“ erklärt Horst Radtke. „Aber Step-Daten sind tote Daten, vergleichbar mit einem Screenshot.“

Vor diesem Hintergrund hat das Konstruktionsbüro Radtke vor einigen Jahren begonnen, sich eine Datenbank mit parametrisierten Daten von Normteilen aufzubauen. Dazu stellte Hasco in einem ersten Schritt Excel-Listen mit den benötigten Parametern zur Verfügung. „Wir arbeiten von Anfang an eng und vertrauensvoll mit Hasco zusammen,“ so Horst Radtke.

Die reine Konstruktion ist natürlich nur ein Teil des gesamten Prozesses. Es müssen auch Stücklisten und Bestelllisten erzeugt werden. Auch diese im Hintergrund mitlaufenden Metadaten werden nun entsprechend automatisch angepasst, was unter Verwendung von Step-Daten nicht möglich ist. In der Regel werden die Daten über ein Austauschformat direkt in das CAD-System des Kunden geladen. Während des Transfers können jedoch Parameter und Informationen einzelner Produkte verloren gehen.

„Stellen Sie sich das so vor: Sie sind Franzose und unterhalten sich auf Englisch mit einem Italiener. Sie verstehen sich, aber unabhängig von ihren Englischkenntnissen bleiben einige Informationen auf der Strecke“. Dies wäre der Fall bei der Verwendung von Austauschformaten wie z.B. Step. Bei der Anwendung von Nativdaten dagegen bleiben alle Parameter und Informationen am Produkt erhalten und können so nahtlos weiterverarbeitet werden. „Wir sprechen eine Sprache – einfacher und sicherer geht es nicht“, unterstreicht Daniel Dirksen, Technisches Marketing Hasco.

Die Erzeugung einer parametrischen Bauteil-Datenbank war nur der erste Schritt, denn im Weiteren kann man die parametrischen Daten natürlich noch sehr viel umfangreicher intelligent nutzen.
So hat Radtke auch eine Vielzahl von Baugruppen konstruiert und parametrisch abgelegt, wie beispielsweise eine „Startbaugruppe“ mit variabler Anordnung von Auswerfersystemen, Plattenanzahlen, Tandem- und Etagentechnik. Alles parametrisch mit entsprechenden Metadaten für die Stücklistenerstellung, die im Hintergrund „mitläuft“. Lediglich Materialtypen und -härten werden manuell eingegeben. Alle anderen Angaben werden vom CAD-System bereitgestellt und in kundenspezifischen Vorlagen oder Templates ausgelesen und exportiert. Die Erstellung des Formaufbaus und dazugehöriger Stückliste erfolgt mit deutlich weniger Aufwand.

Konfiguration des Werkzeugaufbaus im System. Jede neue Werkzeugkonstruktion beginnt heute mit einer vorbereiteten Standardbaugruppe. (Abb.: Konstruktionsbüro Radtke)

Konfiguration des Werkzeugaufbaus im System. Jede neue Werkzeugkonstruktion beginnt heute mit einer vorbereiteten Standardbaugruppe. (Abb.: Konstruktionsbüro Radtke)

Abgespeichert werden Baugruppen oder Werkzeugaufbauten in der so genannten Wiederverwendungsbibliothek. Diese Funktion heißt bei NX beispielsweise „Wiederverwendbare Komponenten“, gehört zum standardmäßigen Lieferumfang und wurde von Radtke mit Inhalten gefüllt. Ein wichtiges Ziel der Aktion ist, dass Stücklisten so wenig wie möglich händisch bearbeitet werden müssen.

Aufbauend auf den gemachten Erfahrungen entwickelte Hasco schließlich in enger Zusammenarbeit mit Konstruktionsbüro Radtke die Idee, allen Kunden entgegen zu kommen und diese mit nativen Daten zu unterstützen. Andreas Kaersch, Technischer Verkäufer des Hasco-Teams West, empfiehlt den engen und intensiven Austausch zwischen Konstrukteuren, Normalienanbietern und Formenbauern.

Eine Lösung anzubieten, die möglichst vielen Anwendern, die zum Teil selbst bereits angefangen haben eigene Datenbanken aufzubauen, die Arbeit zu erleichtern, war das Hauptziel des gemeinsamen Projektes. Alle Kunden, die Unterstützung wünschen, erhalten inzwischen ein umfangreiches Paket, mit dem sie wesentlich schneller und einfacher arbeiten können.

„In der Zusammenarbeit mit dem Konstruktionsbüro Radtke haben wir viel gelernt,“ sagt Daniel Dirksen von Hasco. „Wir erhielten wesentliche Informationen, um solch ein innovatives System aufbauen zu können. Auf dem Weg, native, parametrische Daten für unsere Kunden aufzubereiten, war das Feedback des Konstruktionsbüros Radtke sehr wertvoll.“

„Wer aufhört besser sein zu wollen, hat aufgehört gut zu sein“, so Horst Radtke „Uns bringt diese Vorgehensweise ein ganzes Stück weiter – insbesondere auch auf der Zeitschiene. Hasco hat uns dabei geholfen. Wenn unsere Erfahrung nun Hasco und den Kunden hilft, ist das doch schon ein großer Schritt.“

So entstanden bei Hasco in einem ersten Step auf das jeweilige CAD-System abgestimmte Nativdaten-Bibliotheken für die relativ weitverbreiteten Systeme Siemens NX, Catia und Cimatron. Die ersten Pakete stehen für Kunden bereits zur Verfügung. Das Angebot wird fortlaufend erweitert.
Einem Produkt lassen sich unzählige Daten zuordnen. Das können Informationen über die gesamte Warengruppe oder produktspezifische Informationen sein. Bei den Letztgenannten entsprechen Abmaße oder Bestellbezeichnungen tatsächlich nur der einen Variante des Artikels. Die sich auf alle Varianten der Produktgruppe beziehenden Attribute oder Eigenschaften werden vom Referenzprodukt an die gewählte Größe vererbt. Materialeigenschaften, Lieferant und Bezeichnung werden als Informationen für alle Varianten einer Produktgruppe vergeben.

Anwender können all diese Informationen direkt verwenden. Die Attribute sind in Stücklisten automatisch übertragbar und müssen nicht manuell erfasst werden. Ein aufwändiges Schreiben der Attribute in das CAD-System entfällt und der Bestellprozess wird deutlich einfacher. Durch die direkte Verknüpfung aller Informationen zwischen Produktfamilie und Artikel lassen sich einzelne Normalien sehr schnell austauschen. Wird zum Beispiel eine längere Führungssäule benötigt, genügt ein Klick auf den Artikel und die Auswahl der neuen Größe für eine Artikeländerung, die dann direkt auf alle Produktgruppen übergreift.

Hasco ermöglicht seinen Kunden und Konstrukteuren den einfachen und schnellen Zugriff auf detaillierte Informationen zu allen Normalien. Auf der Hasco-Website sind die technischen Daten der über 100.000 Normalien des Gesamtportfolios hinterlegt und auch die entsprechenden 3D-Datensätze für die Konstruktion abrufbar.

www.hasco.com
www.radtke-konstruktionen.de