Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Arburg: Teilerückverfolgung mit geringem Aufwand

Winzige Unterschiede in der Oberfläche machen es möglich, spritzgegossene Teile ohne vorherige Markierung nachträglich wieder zu identifizieren. Wie das funktioniert, war auf den Technologie-Tagen des Maschinenbauers zu sehen.

Zusammen mit dem Start-up Detagto, Stuttgart, demonstrierte Arburg, Loßburg, auf seinen Technologie-Tagen, wie sich Spritzgussteile mittels „invisible tracing“ markierungslos rückverfolgen lassen – zuverlässig, fälschungssicher und mit geringem Aufwand. Es genügt eine kleine Kamerastation in bzw. an der Maschine sowie ein kleiner Server außerhalb oder in der Cloud. Eine zweite Kamerastation zur Wiedererkennung kann z. B. zentral für mehrere Maschinen einer QS-Abteilung eingerichtet werden.

Zur Demonstration fertigte ein hydraulischer Allrounder 470 S mit 1.100 kN Schließkraft exemplarisch schwarze Gehäuse aus PA 66 (GF35). Anschließend entnahm ein Robot-System Multilift V das Spritzteil und positioniert es auf einer separaten Kamera-Station. Dort wurde eine definierte Oberfläche des Bauteils abfotografiert und das Fertigteil anschließend in einen Behälter abgelegt. Der Signalaustausch zwischen Maschine und Kamera erfolgte beim Exponat über OPC UA.

Dem Teil wird per Foto ein eindeutige „Fingerabdruck“ zugeordnet. (Foto: K-AKTUELL.de)

Dem Teil wird per Foto ein eindeutige „Fingerabdruck“ zugeordnet. (Foto: K-AKTUELL.de)

Der Trick bzw. die Programmierleistung von Detagto liegt nun darin, die Bilddaten von je mehreren Megabytes in eine wenige Kilobytes große, einfach speicherbare Zeichenkette umzuwandeln, bevor sie an eine Datenbank übergeben werden. Weil jede Oberfläche – ähnlich wie ein menschlicher Fingerabdruck – minimal anders aussieht, lässt sich später jedes Bauteil eindeutig identifizieren. Die verbesserte Digitalisierung der Produktion ermöglicht schnelles Einfahren und allgemein das Optimieren von Prozessen.

Die Traceability-Lösung von Detagto eignet sich aber auch grundsätzlich als Alternative für eine Laser-Station, wenn dafür z. B. kein Platz in der Fertigungszelle ist oder schwarze bzw. Sichteile nicht markiert werden können oder verändert werden sollen. Da jedes Teil mit seinem eindeutigen, nicht kopierbaren Fingerabdruck in einer Datenbank registriert ist, lassen sich Plagiate schnell identifizieren.

www.arburg.com
www.detagto.com