Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Solvay: PEEK für Kanülenschrauben in der Orthopädie

Die Kanülenschrauben aus PEEK und Titan werden in der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie eingesetzt. (Foto: Carbon22)

Die Kanülenschrauben aus PEEK und Titan werden in der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie eingesetzt. (Foto: Carbon22)

Carbon22, Englewood Cliffs (New Jersey/USA), hat für sein neues Kanülenschraubensystem Creed ein PEEK Zeniva von Solvay, Alpharetta (Georgia/USA), gewählt. Das neue Schraubensystem wird in der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie eingesetzt und hat vor Kurzem dafür die Freigabe 501(k) der US-amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA erhalten.

Für den ortholuzenten hybriden Kunststoff-Metall-Verbund des neuen Systems wird vor der Endbearbeitung ein Titankern mit dem strahlendurchlässigen, medizintechnischen PEEK von Solvay umspritzt. Diese hochleistungsfähige Werkstofflösung ermöglicht die bildgebende Darstellung der Schraube mittels Röntgenstrahlen oder Computertomografie (CT), während sie dem Chirurgen eine präzise Beurteilung anatomischer Details ohne optische Verzerrungen oder Artefakte ermöglicht.

Die neuen Schrauben werden unter Einsatz einer speziellen Fertigungstechnologie von Carbon22 hergestellt. Das Verfahren reduziert den Materialabfall gegenüber traditionellen Titanschrauben. Diese erzeugen bei der spanenden Bearbeitung erhebliche Mengen an teurem Verschnitt. Darüber hinaus lässt sich der hybride Materialverbund von Carbon22 mit schärferen Schneidspitzen bearbeiten, wie sie für reine PEEK-Schraubendesigns nicht geeignet sind.

„Wir haben eng mit Carbon22 zusammengearbeitet, um eine starke Haftung zu Titan zu erreichen, was nicht zu den typischen Eigenschaften von PEEK zählt“, sagt Anna Maria Bertasa, Healthcare Global Marketing Manager bei Solvay Specialty Polymers.

Während Titanschrauben für Röntgenstrahlen undurchlässig sind und die Bildgebung reiner PEEK-Schrauben durch deren Durchmesser erschwert wird, lassen die hybriden Creed-Schauben die Röntgenstrahlen bis zum Knochen hindurch problemlos passieren. Die resultierende Kontur sorgt für eine bessere Visualisierung der Knochenstruktur. Chirurgen können dies nutzen, um die exakte Positionierung der Schrauben während chirurgischer Eingriffe sicherzustellen sowie postoperativ zu überprüfen und den Heilungsverlauf bei Nachuntersuchungen zu beurteilen.

www.solvay.com
www.carbon22.net

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