Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Röhm: Lichtplanung mit Kreislaufgedanke

Mit dem PMMA Plexiglas hat Trilux bei seiner neuer Leuchtenserie Olisq die Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie umgesetzt. Der Diffusor enthält bis zu 40 % wiederverwertetes Material.

Zeitgemäße Beleuchtung für öffentliche Gebäude und Büros soll Räume normgerecht erhellen, dabei wenig Energie verbrauchen und mit der Architektur harmonieren. Darüber hinaus verlangen Ausschreibungen für Bauprojekte zunehmend, dass die verbauten Leuchten der Ökodesign-Richtlinie entsprechen. Diese fordert eine Reparierbarkeit der Leuchte, indem defekte Teile ausgetauscht werden können. Ebenso sollen nach der Nutzungsdauer der Leuchte alle Komponenten im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwertet werden können.

Trilux, Spezialist für professionelle Lichtlösungen in Arnsberg, hat das Prinzip der Nachhaltigkeit bei der Konstruktion der Leuchtenserie Olisq umgesetzt. Plexiglas, das Marken-PMMA von Röhm, Darmstadt, trägt hier als Werkstoff für den Leuchtendiffusor zum nachhaltigen Produktdesign bei. Trilux hat den Werkstoff nicht nur wegen seiner optischen Eigenschaften ausgewählt, sondern auch wegen seiner Langlebigkeit und Recycelbarkeit.

Leuchtenserie für alle Fälle

Olisq ist eine funktionale Leuchte, die für öffentliche Bauten konzipiert wurde. Mit ihrem puristischen geometrischen Design fügt sie sich in jede Architektur ein und sorgt mit exzellentem homogenem Licht für ein attraktives Ambiente. Die Serie umfasst drei Bauformen und neun Größen. Damit können Lichtplaner die Eingangs-, Aufenthalts- und Bewegungszonen gebäudeweit mit wenig Aufwand gestalten. Nach der runden Olisq R im November dieses Jahres sollen 2023 quadratische und rechteckige Varianten folgen.

Die Wanne der neuen Leuchtenserie Olisq enthält bis zu 40 % wiederverwertetes Plexiglas. (Foto: Trilux)

Die Wanne der neuen Leuchtenserie Olisq enthält bis zu 40 % wiederverwertetes Plexiglas. (Foto: Trilux)

Die Wanne besteht in der Standardausführung aus der Formmasse Plexiglas 7H. „Diese Variante eignet sich sehr gut zur Extrusion optischer Bauteile und verfügt im Vergleich zu Plexiglas 7N zudem über eine verbesserte Spannungsrissbeständigkeit bei gleicher Wärmeformbeständigkeit“, erläutert Christian Bitsch, Senior Market Tech Consulting Manager im Geschäftsbereich Molding Compounds bei Röhm. Für Bereiche, in denen eine höhere Schlagfestigkeit sinnvoll ist, beispielsweise aus Sicherheitsgründen in Schulkorridoren und in Sportstätten oder auch zum Schutz vor Vandalismus in Treppenhäusern von Parkgaragen, fertigt Trilux die Leuchte auch in einer Variante aus schlagzäh modifiziertem Plexiglas Resist zk40.

Der Leuchtenhersteller nutzt das Marken-PMMA von Röhm schon seit Jahrzehnten und schätzt es wegen seiner sehr guten Lichttransmissions- und Reflexionsgrade, mit denen sich für alle Anwendungen die gewünschte Lichtqualität erzeugen lässt. „Plexiglas bietet konstante Qualität, die den deutlich verschärften Anforderungen an Lichtqualität, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei der Beleuchtung von Gebäuden gerecht wird“, betont Inga Keur, Produktmanagerin Wall and Ceiling Luminaires bei Trilux.

Nachhaltigkeit als Gestaltungsprinzip

Neben den optischen Eigenschaften werden im Leuchtendesign ökologische Aspekte immer wichtiger. Olisq verfügt nach Angaben von Trilux über eine lange Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden (L80), ist mit einer Lichtausbeute von bis zu 140 lm/W sehr energieeffizient und wurde schon in der Konzeption auf geringen Materialeinsatz ausgerichtet.

Aus dem PMMA extrudiert der Leuchtenhersteller zunächst Platten und formt diese in einem thermoplastischen Verfahren zu runden, quadratischen und rechteckigen Wannen um. Damit kein Rohstoff verloren geht, werden sämtliche Schnittreste, die dabei anfallen, gemahlen und dem Produktionsprozess wieder zugeführt. „Die Diffusoren können bis zu 40 Prozent Mahlgut enthalten. Das PMMA-Mahlgut stammt zum Teil auch von anderen Trilux-Baureihen, in denen das Material zum Einsatz kommt“, erklärt Sebastian Dombrowski vom Projektmanagement Manufacturing Engineering bei Trilux.

Für Sven Schröbel, Leiter Global Sustainability Management im Geschäftsbereich Molding Compounds bei Röhm, ist das ein wegweisendes Beispiel für das Potenzial des Markenkunststoffs in der Kreislaufwirtschaft. „Plexiglas ist sustainable by design. Zum einen ist es langlebig in der Anwendung. Zum anderen ist es vollständig recycelbar – bei nahezu gleichbleibender Produktqualität. Das beweist der hohe Anteil an rezykliertem Material in anspruchsvollen optischen Bauteilen wie dem Diffusor der Leuchte Olisq.“

Das Marken-PMMA von Röhm kommt wegen seiner sehr guten Lichttransmissions- und Reflexionsgrade als Werkstoff für Diffusoren zum Einsatz. (Foto: Trilux)

Das Marken-PMMA von Röhm kommt wegen seiner sehr guten Lichttransmissions- und Reflexionsgrade als Werkstoff für Diffusoren zum Einsatz. (Foto: Trilux)

„Gigantisches Recyclingpotenzial“

„Da wir in der Vergangenheit Millionen Leuchten von Vorgängermodellen der Olisq mit Wannen aus Plexiglas verkauft haben, schlummert hier ein gigantisches Recyclingpotenzial“, sagt Dombrowski. Bei der Entwicklung der neuen Leuchtenserie haben die Konstrukteure sogar eine anwenderfreundliche Modernisierung mitgeplant: Dank übereinstimmender Bohr- und Einspeisepunkte lassen sich in die Jahre gekommene 740.N-Leuchten und diverse andere Fabrikate 1:1 bei Gebäudesanierungen durch die zeitgemäße Olisq ersetzen, ohne dass bei der Installation gebohrt und neu verkabelt werden muss.

Und auch Olisq selbst ist durch eine einfache Revisionierbarkeit nachhaltig im Betrieb. Alle Teile können werkzeugfrei montiert, demontiert und einzeln ersetzt werden. „Und am Ende des Produktlebenszyklus lassen sich die Komponenten sortenrein trennen und den entsprechenden Stoffkreisläufen zuführen. Plexiglas ist einfach recycelbar und wird diesem Anspruch gerecht“, betont Keur.

www.roehm.com
www.trilux.com