Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Maplan: Mehr Effizienz durch individuelle Automatisierung

Bei Maplan, Kottingbrunn (Österreich), stehen modular strukturierte, bedienungsfreundliche Komplettlösungen im Mittelpunkt der DKT-Messepräsentation Ende Juni in Nürnberg. Unter anderem wird das Automatisierungskonzept MAP.autocell seine Messepremiere feiern. Die wesentliche Neuerung ist die One-for-all-Steuerung für Spritzgieß-Maschine und Automatisierungszelle, die einen hohe Benutzerfreundlichkeit bei der Integration von Automatisierungskomponenten bietet.

Weitere Präsentationsschwerpunkte sind die neuen holmlosen C-Rahmen-Vertikalmaschinen der Baureihe Easy+ und das Re-Design der Horizontal-Maschinen-Baureihe Rapid+. Neu im Portfolio sind Kaltkanal-Systeme, sowie Stand-alone-Nadelverschluss-Steuergeräte, die unabhängig vom Maschinenfabrikat eingesetzt werden können. Spezifisch auf die Produktion abgestimmte Robotersysteme MAP.mate ergänzen das Portfolio.

In den vier Jahre seit der letzten DKT hat sich der Trend zu Automatisierungslösungen bei der Spritzgießverarbeitung von Gummiformteilen bzw. Gummiverbundartikeln verstärkt hat. Maplan wird deshalb auf der diesjährigen Messe ein weit gefächertes Programm an praxisgerecht einfach aufgebauten Automatisierungslösungen zeigen. Die Maschine wird in der Regel im Standardumfang beibehalten. Maschinennahe Funktionserweiterungen werden durch Standardoptionen abgedeckt. Zu automatisierende Bearbeitungsaufgaben werden bei Bedarf mit ergänzendem Zubehör in einer individuell konfigurierbaren Automatisierungszelle MAP.autocell zusammengefasst. Deren Potenzial wird auf dem Messestand an Hand einer Demozelle vorgestellt und demonstriert.

Steuerungssystem für Maschine und Automatisierung

Auf jedem Bildschirm der Zelle kann zwischen Bedienoberfläche für Spritzgießmaschine und Automatisierungszelle umgeschaltet werden: links die MAP.autocell-Visualisierung, rechts die Maschinenvisualisierung auf dem gleichen Bedienterminal. (Abb.: Maplan)

Auf jedem Bildschirm der Zelle kann zwischen Bedienoberfläche für Spritzgießmaschine und Automatisierungszelle umgeschaltet werden: links die MAP.autocell-Visualisierung, rechts die Maschinenvisualisierung auf dem gleichen Bedienterminal. (Abb.: Maplan)

Die Steuerung MAP.commander CC ist in der Lage, die Automatisierung inklusive Manipulationsroboter mit bis zu sechs Maschinen zu einer MAP.autocell zu verbinden. (Abb.: Maplan)

Die Steuerung MAP.commander CC ist in der Lage, die Automatisierung inklusive Manipulationsroboter mit bis zu sechs Maschinen zu einer MAP.autocell zu verbinden. (Abb.: Maplan)

Bei der Anlagensteuerung setzt Maplan auf ein Konzept mit gleicher Hardware und gleichem Look&Feel für die Maschine und für Automatisierungskomponenten der Produktionszelle. Somit hat der Maschinenbediener immer alle Vorgänge im Überblick und kann aufgrund der bekannten Benutzeroberfläche beide Steuerungen einfacher bedienen. Das User-Interface der Zellensteuerung (MAP.commander cell control) ist auf das Maschinenterminal umschaltbar und so sind beide Anlagenteile von einem Punkt aus bedienbar. Schnittstellen zu Fremdsteuerungen entfallen.

Die Kapazität der MAP.autocell ist so bemessen, dass sie bis zu sechs Maplan-Maschinen inklusive aller Peripheriegeräte und Automatisierungskomponenten bzw. auch Fremdmaschinen mit entsprechender Schnittstelle zu einer Produktionszelle zusammenfassen kann.

Neuauflage der holmlosen C-Rahmen-Vertikalmaschinen

Die Easy+ TTP 85/50 steht für die neue Baureihe hydraulischer One-Piece-C-Rahmen Maschinen. (Foto: Maplan)

Die Easy+ TTP 85/50 steht für die neue Baureihe hydraulischer One-Piece-C-Rahmen Maschinen. (Foto: Maplan)

Stellvertretend für die von Grund auf neuen, von oben schließenden, holmlosen C-Rahmen-Vertikalmaschinen präsentiert Maplan eine Easy+ TTP 85/50. Diese Baureihe ist auf die Anforderungen zum Konfektionieren von Hohl- und Kompaktprofilen (Ecken-Anspritzung) ausgerichtet, ist aber auch zur Fertigung kleiner Formteile geeignet. Sie ist in fünf Schließkraftstufen zwischen 200 und 1.000 kN verfügbar.

Die vorgestellte Maschine ist im Unterschied zur Vorgängerversion als One-piece-Einheit konzipiert, die Maschine und Antriebsaggregate zu einer staplerfähigen Transporteinheit zusammenfasst. Dies spart Aufstellungs- und Montagezeiten. Die Rahmenkonstruktion wurde auf der Basis einer umfassenden Finite-Elemente-Analyse bei Festigkeit, Steifigkeit und Gewicht ebenso verbessert, wie auch die Zugänglichkeit der Hydraulikkomponenten im Wartungsfall. Die Bedienhöhe liegt einheitlich bei ergonomisch günstigen 900 mm. Zusätzlich sind die Maschinen durch eine neue Bewegungshydraulik schneller als ihre Vorgänger. Die Cool-Drive-Servomotor-Antriebe verringern den Energieverbrauch.

Die neuen Vertikalmaschinen können sowohl mit den FIFO-Gummi-Plastifizier- und Spritzaggregaten als auch mit TPE-Versionen aus eigener Entwicklung bestellt werden, die in zwei Größen mit 60 und 85 cm³ sowie 130 bzw. 170 cm³ verfügbar sind.

Die Bedienung der Maschinen erfolgt mit der neuen, auf die praxisgerechte Steuerung von C-Rahmen-Maschinen abgestimmte MAP.commander C60, die im Schaltschrank integriert wurde.

Schnelle und energieeffiziente Horizontalmaschine

Die neue Horizontalmaschine Rapid+ 300 „2022“ reduziert den Energieverbrauch und bietet kürzere Zykluszeiten. (Foto: Maplan)

Die neue Horizontalmaschine Rapid+ 300 „2022“ reduziert den Energieverbrauch und bietet kürzere Zykluszeiten. (Foto: Maplan)

Mit der neuen Rapid+ 300 „2022“, wird das erste Modell der überarbeiteten Horizontalmaschinen-Baureihe seine Messepremiere feiern. Beim Re-Design standen sowohl die Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit bei freifallenden Formteilen wie O-Ringen, als auch die weitgehende Wartungsfreiheit, Präzision und hohe Langzeitqualität im Fokus. Erreicht wurde dieses Ziel u. a. durch eine neue Schließeinheit. So wurde die holmgeführte Plattenführung der Vorgängerversion auf eine schmierungsfreie Plattenführung über Linearlager auf dem Grundrahmen umgestellt. Vorteile für den Anwender sind die vollständige Schmiermittelfreiheit des Produktbereichs und die unkomplizierte Einstellbarkeit der Plattenparallelität. Zusätzlich konnten bei dieser Schließeinheit die Steifigkeitswerte signifikant erhöht und Holmabstand um 25 mm vergrößert werden.

Fortschritte gibt es auch bei der Maschinengeschwindigkeit. Geringere Reibwerte der Linearführung im Zusammenwirken mit dem reaktionsschnellen Servomotor-Hauptantrieb verkürzen die reine Maschinen-Trockenlaufzeit gegenüber der Vorgängermaschine um bis zu 20 % – bei gleichzeitig verringertem Energieverbrauch.

Wie bei der vertikalen Baureihe Easy+ besitzt auch die Rapid+ einen One-piece-Basisrahmen, der alle Antriebsaggregate integriert und die Maschine als Ganzes transportfähig macht, wodurch langwierige Montage- und Einstellzeiten am Einsatzort entfallen.

Die neue Baureihe ist in fünf Baugrößen ist im Schließkraftbereich von 2.000 bis 8.000 kN verfügbar.

Kaltkanalsysteme für weniger Materialeinsatz

Das schlanke Kaltkanal-System MAP.crb slim ist auch zum Nachrüsten auf bestehenden Maschinen geeignet. (Foto: Maplan)

Das schlanke Kaltkanal-System MAP.crb slim ist auch zum Nachrüsten auf bestehenden Maschinen geeignet. (Foto: Maplan)

Als nächsten Schritt zum Komplettsystem-Anbieter hat Maplan eine vollständige Palette an Kaltkanalsystemen für Spritzgießwerkzeuge ins Programm aufgenommen. Bei der Entwicklung wurde auf viele Anforderungen Rücksicht genommen, wie beispielsweise die unkomplizierte Nachrüstung bestehender Maschinen, hohe Einspritzdrücke, die Möglichkeit zur Direktanspritzung auf den Artikel, sowie die Eignung zum häufigen Mischungswechsel.

Darüber hinaus sind neue Stand-alone-Kaltkanal-Steuergeräte verfügbar, die sich nicht nur zur Ansteuerung der eigenen Nadelverschluss-Kaltkanalsysteme eignen. Auch Nadelverschluss-Kaltkanäle anderer Hersteller können mit diesem Gerät angesteuert werden, ohne dass dafür eine Steuerungshydraulik- oder -elektrik nachgerüstet werden muss.

Erweitertes Roboter-Segment

Beispiel einer MAP.autocell mit einem 6-Achs-Roboter MAP.mate zur Teilenachbearbeitung. (Foto: Maplan)

Beispiel einer MAP.autocell mit einem 6-Achs-Roboter MAP.mate zur Teilenachbearbeitung. (Foto: Maplan)

Roboter stellen aktuell an vielen Stellen sicher, dass die Produktion unterbrechungsfrei und trotz fehlendem Personal, weiter betrieben werden kann. Maplan ergänzt daher sein Automations-Portfolio mit den beiden Modellreihen MAP.mate und MAP.mate Scara. Diese sind kompakt, schnell und einfach in eine Maplan-Produktionszelle integrierbar.

www.maplan.eu

Maplan auf der DKT 2022:
Halle 9, Stand 201